Pressespiegel

 

26.6.15

Publik Forum

Publik Forum 12-2015 1.Seite

Publik Forum 12-2015 2.Seite

14.6.15

Harald Krille: Stuttgarter Beobachtungen. Glaube+Heimat, 14.6.15, S. 1

Geprägt haben ihn Sonnenschein und frohe Gemeinschaft: Nun ist der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag Geschichte.

Aktivisten der atheistischen Giordanio-Bruno-Stiftung verteilen in Stuttgarts Innenstadt Luftbal­lons mit der Aufschrift »Gottlos glück­lich«. Nicht weit entfernt davon wirbt ein Schild für »Kostenlose Heilung«. Denn »Jesus heilt auch heute noch«, wie eine Frau erklärt. Sektenprediger und Traktatverteiler aller Couleur sind unterwegs. Mittendrin die rund 97 000 Kirchentagsbesucher, in deren Pro­grammheft auf Seite 12 gendergerecht erklärt wird, dass zwecks Diskussions­teilhabe in den Veranstaltungshallen »Saalmikrofoninnen und -mikrofone« zur Verfügung stehen. Beobachtung Nummer eins: Kirchentage sind immer auch ein bisschen verrückt.

Stuttgart bot zudem »eine histo­rische Zäsur«, wie es Kirchentags­präsidentin [Generalsekretärin] Ellen Ueberschär vor der Presse bezeichnete: 8 000 Menschen versammelten sich am Donnerstag in der Porsche-Arena zum »Christustag«, der von Gruppen des innerkirchlichen Pietismus in Württemberg getragen wird. Zwar noch parallel und nicht voll integriert, aber immerhin nicht mehr als Gegenveranstaltung. Mit dabei ist das aus Sachsen stammende frühere Mitglied der Synode der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Gud­run Lindner. Sie stellt fest, dass die Kir­che angesichts der nach Orientierung fragenden Menschen »sehr viel« sage. Zumeist aber bei einem »Einerseits und Andererseits« stehen bleibe. Für Christen sei es deshalb an der »Zeit, aufzustehen gegen Lehren, Ideologien und Kräften in Kirche und Gesellschaft, welche die Freiheit des Bekenntnisses einschränken wollen«. Die Anwesen­den applaudieren der Frau, die ge­meinsam mit dem gerade zum neuen sächsischen Landesbischof gewählten Pfarrer Carsten Rentzing Mitinitiatorin des Aufrufes »Zeit zum Aufstehen« ist.

Tosenden Applaus erhält auch Pas­tor Anatoli Uschomirski, Leiter einer Gemeinde von messianischen Juden in Stuttgart. Er übt harsche Kritik am Kirchentag, der messianischen Grup­pen die Teilnahme am »Markt der Möglichkeiten« seit Jahren versagt. 1933 habe die Kirche den nationalso­zialistischen »Arierparagrafen« über­nommen und die christusgläubigen Juden ausgeschlossen. Heute würde aus anderen Gründen diese Gruppe vom größten Christentreffen ausge­grenzt. Doch steht einen Tag später ein theologisches Streitgespräch zwischen dem britischen messianischen Theo­logen Richard Harvey, dem jüdischen Publizisten Micha Brumlik und dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister auf dem Programm. Mehr als 700 Plätze bietet der voll besetzte Saal. Für die Simultanübersetzung des auf Englisch gehaltenen Hauptvortrages gibt es allerdings nur etwa 100 Kopf­hörer. Beobachtung Nummer zwei: Der Kirchentag bleibt manchmal hinter seinen eigenen Maßstäben zurück.

Vorbei scheinen zudem die Zeiten der steil formulierten Forderungen an Politik und Gesellschaft, der einfachen Antworten. Antworten, die sich selten für die Umsetzung in die realen politi­schen oder wirtschaftlichen Gegeben­heiten eigneten. Ein Beispiel dafür: Für viele unverständlich, war das »Zentrum Frieden« nicht Teil des offiziellen Kirchentagsprogramms, sondern von Frie­densgruppen parallel organisiert. Dort konnte man altbekannte Forderungen wie die nach Abschaffung der Bundes­wehr hören (siehe Seite 3). Die Kirchentagsverantwortlichen aber legten Wert darauf, das Friedensthema »nicht im Getto« zu verhandeln, sondern auf allen Podien »differenziert zu diskutie­ren«, so Ueberschär.

Ob Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die freie Marktwirtschaft stritt, Kanzle­rin Angela Merkel sich den Fragen zur digitalen Zukunft oder Innenminister Thomas de Maiziere sich der Kritik in Sachen Flüchtlinge und Asylbewerber stellte: Man war auf der engagierten Suche nach politikkompatiblen Ant­worten. Beobachtung Nummer drei: Der Kirchentag ist nachdenklicher und bescheidener geworden. Gutgetan hat ihm das allemal.

(Bestmöglichst übertragen, Ulrich Börngen, Stuttgart, 24.6.15)

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Einig in der Kritik: SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Finckh-Krämer und Religionslehrer Theodor Ziegler aus Baden fordern die mittelfristige Abschaffung der Bundeswehr. Foto: Markus Kowalski

Markus Kowalski: Schafft die Bundeswehr ab. Glaube+Heimat, 14.6.15, S. 3

Der Kirchentag verzichtete in diesem Jahr auf ein eigenes Zentrum zum Thema Frieden. 38 christliche Organisationen und Gruppen gestalteten es dennoch in der Stuttgarter Friedenskirche. Doch mit insgesamt 1500 Besuchern blieb die Resonanz verhalten.

Renke Brahms ist sich sicher: »Die Ultima Ratio, dass Gewalt nur als letz­tes Mittel eingesetzt werden sollte, hat sich als ultima irratio erwiesen«, sagte der Friedensbeauftragter der Evangeli­schen Kirche in Deutschland (EKD). »Der Irak-Krieg wurde durch eine Lüge legiti­miert.« Doch was sollte man tun angesichts der Krisen in der Welt? Diesem ethischen Dilemma widmete sich im Jahr 2007 die Friedensdenkschrift der EKD. Damals hatte diese jedoch große Diskussionen ausgelöst. Der Streitpunkt war dabei, dass »rechtserhaltende Gewalt« nicht ausge­schlossen wurde und damit Kriegseinsätze der Bundeswehr aus christlich-ethischer Sicht gerechtfertigt sein könnten.

Auf der Podiumsdiskussion des Zent­rums Frieden auf dem Kirchentag ging es am 4. Juni um genau diese Schrift. Renke Brahms wollte dabei trotz der Streitigkeiten weiter an ihr festhalten und verteidigte sie als »Denkanstoß«. Schließlich werde darin immer noch plädiert, der Gewaltfreiheit den Vorrang einzuräumen.

Viel entschiedener dagegen argu­mentierte die Bundestagsabgeordnete Ute Finckh-Krämer (SPD). Sie will mit der Bundeswehr das Militär mittelfristig ganz abschaffen. »Für dieses Ziel hat uns die Friedensdenkschrift keinen Gefallen getan«, sagte sie. Sie forderte auch, die Waffenexporte deutscher Rüstungsfirmen deutlich zurückzufahren, indem die Kriterien für Exportländer verschärft werden.

Bei den rund 40 Besuchern der Dis­kussion war auch die Entsendung eines evangelischen Militärbischofs von der EKD zur Bundeswehr umstritten. Dieses Amt hat seit Juli 2014 Sigurd Immanuel Rink inne und wird als Militärseelsorger von der Bundeswehr besoldet. »Natürlich ist die Bundeswehr so ein Laden, der eine gewisse Eigendynamik entwickelt«, ver­suchte Renke Brahms zu beschwichtigen. »Dabei sind die kirchlichen Militärseelsorger aber die unabhängigsten von allen Seelsorgern dort.«

Viel diskutiert wurde das Konzept »Just Policing«. Dabei wird auf einen Militärein­satz verzichtet und stattdessen verstärkt Polizei als Ordnungsmacht eingesetzt. »Denn wir können ja nicht Nichts tun, weil der Nächste, der in Not ist, mir zum Nächsten wird«, betonte Fernando Enns, Professor für Theologie und Leiter der Arbeitsstelle »Theologie der Friedenskirchen« an der Uni Hamburg. In einem Forschungsprojekt versucht er derzeit, dieses Konzept weiterzuentwickeln. Schließlich läge der Anspruch von »just policing« vor­rangig darin, einen Konflikt zu deeskalie­ren. »Die Kernkompetenz von Soldaten ist das Töten von Menschen, von Polizisten hingegen die Prävention von Gewalt«, be­tonte Finckh-Krämer.

Auch Religionslehrer Theodor Ziegler aus Breisach am Rhein saß mit auf dem Podium. Er hatte mit einer Eingabe in die Landessynode Baden im Jahr 2011 die Diskussion um die kirchliche Friedens­ethik neu belebt. Er betonte, dass es in den letzten Jahren keinen Kriegseinsatz der Bundeswehr gegeben hätte, den die evangelische Kirche explizit abgelehnt hätte. Christen in Deutschland sollten demgegenüber jetzt Vorreiter sein und die Armee abschaffen. »Unser Ziel sollte eine entmilitarisierte Welt sein, am besten noch vor der Wiederkunft Christi.« So stünden auch 180 000 Soldaten der Bundeswehr in einem Ungleichgewicht zu einigen Tau­send Wissenschaftlern in der Friedensfor­schung. »Wir müssen mehr gewaltfreie Al­ternativen für Konfliktlösung entwickeln«, forderte Ziegler.

Das Zentrum Frieden selbst wurde auf dem Kirchentag zum Streitpunkt: Die Friedenskirchengemeinde Stuttgart hatte es zwar organisiert. Im Vorfeld wurde das Zentrum dann aber nicht ins offizielle Kirchentags-Programm aufgenommen. Für Moderatorin Karen Hinrichs war das ein »Skandal«, schließlich hätte es auf den letzten Kirchentagen immer ein Zentrum Frieden gegeben. Der Kirchentag wollte auf Anfrage jedoch nicht bestätigen, dass der Ausschluss aus dem Programm einen inhaltlichen Grund hätte: »Wir haben zwar kein Zentrum Frieden«, sagte Pressespre­cher Stephan von Kolson. »Dafür haben wir aber einen Friedenskirchentag und das Thema ins ganze Programm übertragen.«

Die geplante Menschenkette quer durch die Stuttgarter Innenstadt von der Friedenskirche bis zum Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Stauffenbergplatz blieb am Sonnabend indes lückenhaft. Auch wenn sich Lutherbotschafterin Margot Käßmann ebenso wie der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh einreihten: Mit rund 1000 Teilnehmern entsprach die Beteiligung gerade einmal gut einem Prozent der Kirchentagsbesucher. »Es ist an der Zeit, dass wir wieder für den Frieden auf die Straße gehen«, so Renke Brahms zum Abschluss.

www.zentrumfrieden2015.de

(Bestmöglichst übertragen, Ulrich Börngen, Stuttgart, 24.6.15)

Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg, 14.6.2015 Ev. Gemeindeblatt für Württemberg 14.6.15

12.6.2015

PBI:

„Ohne Waffen, aber nicht wehrlos“ – Eine Diskussion über gewaltfreie Intervention in Konflikten

12.06.2015 – „Ohne Waffen, aber nicht wehrlos“ lautete der Titel der Diskussionsveranstaltung, zu der der Bund für Soziale Verteidigung eingeladen hatte. Im Rahmen des Kirchentages diskutierten die VertreterInnen von Nonviolent Peaceforce, PBI, dem Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel und den Christian Peacemaker Teams über die Möglichkeiten gewaltfreier Intervention in Konflikten.

Dank der Moderation von Christine Schweitzer (Bund für Soziale Verteidigung) vermittelten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen wie Betroffene in Konfliktsituationen geschützt werden können und welche Bedeutung Leitgedanken wie Solidarität oder Unparteilichkeit haben. Ebenso wurde Fragen nach den Perspektiven aber auch Grenzen der gewaltfreien Intervention erörtert. Alle Diskutanten waren sich darin einig, dass zivile Friedensarbeit weiter ausgebaut werden muss. Die Kampagne Ziviles Peacekeeping, organisiert vom Bund für soziale Verteidigung, bietet hierzu wichtige Ansätze.

Foto&Quelle

11.6.15

ZFD Ziviler Friedensdienst

Kirchentag in Stuttgart: Frieden ist ein Thema!

Das Thema Frieden hatte auf dem diesjährigen evangelischen Kirchentag leider keinen eigenen Ort im offiziellen Programm. Trotzdem war der Bedarf an Diskussion in Stuttgart groß: Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Praxis hoben friedensrelevante Inhalte auf die Agenda der fünftägigen Großveranstaltung in der Landeshauptstadt Baden Württembergs, darunter Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Kofi Annan. Um Friedensthemen einen eigenen Ort zu geben, organisierten Friedensgruppen, darunter die AGDF, ein eigenes Friedenszentrum. Der ZFD und viele seiner Träger präsentierten ihre Arbeit auf dem Markt der Möglichkeiten – und freuten sich über viel Interesse und prominenten Besuch.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, sowie Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, erkundigten sich über die Arbeit des ZFD und seiner Träger. (Ehemalige) Fachkräfte sprachen über ihre Arbeit in Simbabwe, Peru und Nepal und informierten die Besucher bei hochsommerlichen Temperaturen über Arbeitsmöglichkeiten und die Wirkungsweise des ZFD. Die Vertreterinnen und Vertreter der Trägerorganisationen selbst konnten in teils längeren Gesprächen mit Margot Käßmann oder dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm ihre Anliegen präsentieren.

Denn das Interesse an friedenspolitischen Themen war sowohl unter den rund 130.000 Besuchern des Kirchentages als auch bei den Diskussionsteilnehmenden generell groß. Das zeigt unter anderem der Besuch von mehreren tausend Menschen bei der Diskussion um die „neue deutsche Verantwortung“ in der Außenpolitik, eine Podiumsreihe zu gesellschaftlicher Versöhnung und auch Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, der in seinen Statements zur Debatte um Flucht und Asyl die Bedeutung von Frieden und Sicherheit in den Herkunftsländern hervorhob. Mehr Informationen zum Friedenszentrum finden Sie hier: http://www.zentrumfrieden2015.de/

http://www.ziviler-friedensdienst.org/de/aktuelles/kirchentag-stuttgart-frieden-ist-ein-thema

9.6.2015

EPD

EKD-Friedensbeauftragter: Thema Frieden kam auf Kirchentag
zu kurz
Bremen/Stuttgart (epd). Das Thema Frieden ist nach Ansicht des evangelischen
Friedensbeauftragten Renke Brahms auf dem Kirchentag in Stuttgart zu kurz
gekommen. „Die Stimme der Pazifisten und Querdenker in Sachen Frieden darf
nicht an den Rand gedrängt werden“, mahnte der Beauftragte der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Bremen.
Er bedauere sehr, dass das „Zentrum Frieden“ nicht in das Hauptprogramm
aufgenommen worden sei. Brahms kündigte Gespräche mit der Kirchentagsleitung
für den Herbst an. Dabei gehe es nicht um Schuldzuweisungen. Es müsse jedoch
deutlich werden, dass „das Thema Frieden künftig wieder eine zentrale Rolle bei
den Kirchentagen spielt“.
In der Stuttgarter Friedenskirchengemeinde hatten rund 40 Friedensgruppen ein
eigenes „Zentrum Frieden“ mit mehr als 60 Veranstaltungen organisiert. Brahms
ist auch theologischer Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche. Der
nächste Kirchentag wird 2017 zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Berlin
und Wittenberg gefeiert.

 

8.6.2015

Ulmer Südwestpresse: Leitartikel · Kirchentag – Wahrer Reichtum

EKD-Friedensbeauftragter: Stimme der Pazifisten und Querdenker nicht an den Rand drängen

ASF beim Kirchentag 2015

 

7.6.2015

Stuttgarter Zeitung, S. 2

Zu wenig Raum für Pazifisten?

Die badische Oberkirchenrätin Karen Hinrichs nennt es einen „Skandal“, dass es beim Kirchentag unter den Themenzent­ren kein Zentrum Frieden gebe. Die Evan­gelische Landeskirche in Baden habe daher mit 37 Friedensorganisationen am Rande des Kirchentags ein solches Zentrum orga­nisiert, sagte sie. Der „offizielle“ Kirchen­tag gehe darüber hinweg, kritisierte Hin-richs. Dies sei ein „bedenklicher Weg“.
Es sei auffällig, welche Möglichkeiten sich zu präsentieren Militärseelsorge und Bundeswehr beim Kirchentag erhielten und wie selten Menschen mit pazifisti­schen Erfahrungen auf den Podien vertre­ten seien. „Die Pazifisten muss man im Pro­gramm regelrecht suchen“, beklagte Hin-richs. Vertreter von ausgewiesenen Frie­denskirchen wie etwa der Church of the Brethren, der Quäker oder Mennoniten seien kaum dabei. Die Oberkirchenrätin ist in der badischen Landeskirche verantwort­lich für Grundsatzplanung und Öffentlich­keitsarbeit.
Das Zentrum Frieden ist in der Stuttgar­ter Friedenskirche untergekommen. Es veranstaltet am Samstag um fünf vor zwölf eine Menschenkette unter dem Motto „Den Krieg aus Stuttgart stoppen“ von der Friedenskirche bis zum Stuttgarter Mahn­mal für die Opfer des Nationalsozialismus am Karlsplatz. epd
// Weitere Informationen gibt es unter

ZDF: Was heißt hier klug? 30 Minuten Video-Rückblick, ab Minute 11:35 wird über das Zentrum Frieden berichtet.

Publik Forum: Wer soll daraus klug werden?

Publik Forum: »Krieg darf um Gottes Willen nicht sein«

 

6.6.2015

Resolution verabschiedet: Ökumenisch-interreligiöse Solidarisierungsaktion gegen nukleare Kriegsgefahr

SWR-Berichte zur Menschenkette: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/kirchentag-in-stuttgart-appelle-fuer-frieden-und-fluechtlinge/-/id=1622/did=15633632/nid=1622/10bxn7m/index.html

 

 

5.6.2015

Stuttgarter Zeitung, 5.6.15, S. 6

… ging es um Lukas 16,1-13 und damit die …

Käßmann rät zum

Bruch mit dem System

Die zierliche Frau im schwarzen Kleid, die einst als EKD-Ratsvorsitzende Hoffnungsträgerin der Kirche war, zählt zu den theologischen Popstars auf dem Protestantentreffen. Als Margot Käßmann ihre Bibelarbeit beendet, gibt es lang anhaltenden Applaus, spenden viele in der fast gänzlich gefüllten Hanns-Martin-Schleyer-Halle Beifall im Stehen. Kein Zweifel, Käßmann hat den Nerv des Publikums getroffen und den allermeisten Christen hier aus dem Herzen gesprochen. Geschickt würzt sie ihre Ausführungen mit Humor, spricht immer wieder tägliche Erfahrungen an und bedient anti-
kapitalistische Reflexe, wenn sie etwa die gierigen Banken schilt. Auch ihre flotten Sprüchen kommen gut an. So nennt Käsmann die Kreditauskunftstelle Schufa, „NSA

unseres Einkaufsverhaltens“. Sie sagt, „Geiz ist nicht geil – auf keine Art und Weise“, und findet es „beknackt“, wenn vor der „Tagesschau“ gemeldet werde, dass der Dax‘ wieder mal eine bestimmte Marke geknackt habe. Besser wäre es ihrer Meinung nach, wenn dort täglich vermeldet würde, „wie viele Kinder heute in Deutschland geboren wurden, wie viele Flüchtlinge wir aufgenommen haben, wie viele Menschen geheiratet haben, wie viele junge Leu­te einen festen Anstellungsvertrag unterschreiben konnten. Insgesamt interpretiert die Pfarrerin die Geschichte vom untreuen Verwalter aus dem Lukasevangelium als Aufforderung, den Mut zum Systembruch, zur Regelver­letzung, zu Visionen zu haben und nicht der Logik des Marktes zu folgen, sondern nach ethischen Maßstäben zu handeln. An einigen Beispielen macht die Theologin diese Maximen konkret: Dazu gehört für sie ein möglicher Schuldenerlass für Griechenland, dazu gehört der Ver­zicht auf eine Geldanlage bei Banken, die mit Nahrungs­mitteln spekulieren oder gar in Atomwaffenproduzenten investieren. Und dazu gehöre ein Grundeinkommen, das Ärmeren eine gerechte Teilhabe er­mögliche. Ihre Mahnung, sein Herz nicht an materielle Werte zu hän­gen, fällt auf fruchtbaren Boden. Die Lutherbotschafterin be­stärkt so den Glauben, dass eine bessere Welt möglich ist. Dazu braucht es aber mehr als nur gu­ten Willen. rau

 

3.6.15

SWR zum Zentrum Frieden: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/karlsruhe/baden-auf-dem-kirchentag-politisches-nachtgebet-und-digitales-malen/-/id=1572/did=15620156/nid=1572/15ctmnv/

 

 

1.6.15

Interkultur Stuttgart – Begegnung der Kulturen, 06-15

Begegnung der Kulturen 6-15

27.5.2015

Pressemitteilung Ohne Rüstung leben 27.05.2015

 

„Der Gewaltfreiheit und dem Pazifismus  eine starke Stimme geben“

Das Zentrum Frieden und eine Menschenkette für den Frieden während des Kirchentages

 

 

„Beim offiziellen Programm des Kirchentages hat das Thema Frieden aus unserer Sicht keinen zentralen Platz, um aktuelle friedenspolitische Fragen zu diskutieren,“   begründet Kerstin Deibert, Mitarbeiterin der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion die Veranstaltungsreihe beim Zentrum Frieden, das passend zum Thema, im Gemeindehaus der Friedenskirche in der Schubartstraße im Stuttgarter Osten stattfindet. www.zentrumfrieden2015.de

 

„Deshalb präsentieren 38 Friedensorganisationen und kirchliche Institutionen in über 60 Programmpunkten ihren Schatz an Erfahrungen und Friedenswissen, um der Gewaltfreiheit und dem Pazifismus eine starke Stimme auf dem Kirchentag zu geben“, so Deibert.

 

In Vorträgen und Podiumsdiskussion geht es um den Konflikt in der Ukraine,  dem Verbot von Atomwaffen sowie um Rüstungsexporte und Drohneneinsätze. Aber auch islamische Friedensphilosophie und Frieden in den Weltreligionen sind Teil des Programms.

 

Gewaltfreie Alternativen im Umgang mit Konflikten werden in Seminaren wie „Worte sind Fenster oder Mauern“ oder „Einen Diktator gewaltfrei stürzen – wie ist das möglich?“ vorgestellt und diskutiert.

 

Doch der Frieden geht während des Kirchentages auch auf die Straße:  „Mit einer Menschenkette wollen wir ein öffentliches Zeichen des Friedens gegen die in Stuttgart ansässigen US-Kriegs-Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM setzen“, begründet Paul Russmann, Sprecher der ökumenischen Organisation Ohne Rüstung Leben die Straßenaktion, zu der 2.000 Menschen erwartet werden.  www.friedenskette2015.de

 

„Unbeachtet von der Öffentlichkeit werden im AFRICOM die Todeslisten für den Einsatz von Kampfdrohnen erstellt. Das EUCOM befehligt die US-Atomwaffen in Europa. Mit unserer Friedenskette treten wir für ein Ende des Einsatzes von Kampfdrohnen, den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa sowie für die Schließung der beiden US-Kommandozentralen ein, “ so Russmann.

 

Die Kettenbildung erfolgt ab 11.00 Uhr und verläuft von der Friedenskirche vorbei am Landtag zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Stauffenbergplatz. Sammelpunkte für die Teilnehmenden befinden sich am Stauffenbergplatz, Charlottenplatz, Schauspielhaus, Planetarium und an der Friedenskirche. Die Friedenskette soll um 11:55 Uhr bis 12:10 Uhr geschlossen sein.

 

Paul Russmann
Ohne Rüstung Leben
Arndtstr. 31
70197 Stuttgart

0711 608396
0176 28044523
orl-russmann@gaia.de
www.ohne-ruestung-leben.de

1.5.2015

Publik Forum 05-15: Kritischer Blick auf den Kirchentag

24.3.2015

Die SWR Landesschau aktuell Baden-Württemberg berichtet in einem kleinen Filmbeitrag über den Kirchentag und auch über das Zentrum Frieden!