Argumente, die Pazifisten zum Schweigen bringen sollen

Was gesagt werden kann
– auf Argumente, die Pazifisten zum Schweigen bringen sollen

Zur Diskussion gestellt –

Aus dem Workshop „Christliche Friedenstheologie“ im Zentrum Frieden, Stuttgart, am Donnerstag, den 4. Juni 2015

Du sollst nicht töten!“ Aber du sollst auch nicht töten lassen. (Wolfgang Huber)

Ja gewiss, aber warum dann töten?

Und, wenn du das wirklich meinst: Warum willst du dann, dass andere – nämlich Soldaten – töten und sich töten lassen?

Wir leben nun mal in einer unerlösten Welt.

Und warum soll sie noch unerlöster werden?

Feindesliebe ist nur etwas für Heilige!

Dann sei doch heilig! (Mt 5,48) Was hindert dich daran?

Wir müssen aber doch Verantwortung für bedrohte Menschen übernehmen!

Ja gewiss, aber warum selber töten? Denn so werden wir selbst zur Bedrohung für andere Menschen. Und muss dann nicht jemand gegen uns intervenieren?

Wir können doch nicht einfach nur zusehen?

Brauchst du auch nicht; wie viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten bist du bereit bei dir aufzunehmen?

Nichthandeln macht auch schuldig.

Aber warum willst du ausgerechnet durchs Töten schuldig werden, das geht auch anders.

Jesus hat doch auch Gewalt angewandt, z. B. bei der Tempelaustreibung!

Und hat damit den Tieren das Leben gerettet – sie hätten ja geopfert werden sollen… (Walter Wink)

Jesus hat doch die Jünger beauftragt ein Schwert zu kaufen (Lk 22,36)!

Und als sie gleich zwei gekauft hatten – so erzählt Lukas – , sah er, dass sie sein Bildwort nicht verstanden hatten. Er sagte „es ist genug“ (Lk 22,38) und zeigte, was er gemeinte hatte daran, dass er bei der Gefangennahme einen heilte, der durch eines dieser Schwerter verletzt worden war (Lk 22,51). (Jean Lasserre)

Jesus selbst ordnet sogar Gewalt an: „Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, daß ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.“ (Mk 9,42)

Und warum hörst du dann nicht auf, mich dazu zu verführen, vom Weg Jesu abzuweichen und den Weg von Armeen zu befürworten? Oder kannst du dir Jesus in Uniform mit einem Gewehr in der Hand oder am Abschussknopf von Atomraketen vorstellen?

Brüggen, den 8. Juni 2015

Pfarrer Dr. Matthias-W. Engelke